Ein Jahr in Namibia

Heimreise

Hallo zusammen,

nun melde ich mich zum letzten Mal aus Namibia. Gestern hatte ich schon eine kleine Abschiedsparty in Oshifo mit befreundeten Polizisten, Shoprite-Arbeitern, Taxi-Fahrern und wen man eben sonst so während des Jahres kennengelernt hat und sich angefreundet hat.

Heute habe ich nochmal viel zu tun, da ich unter der Woche nicht alles geschafft habe und ab 5 haben wir eine große Abschiedsfeier in der Schule mit allen Arbeitern und Kindern. Die Kids haben schon fleißig Songs einstudiert und Karten geschrieben. Ich bin gespannt, wie es heute Abend wird. Gestern sind schon die ersten Tränen geflossen. „Miss Philin, I’m going to miss you!“ Eingeladen für das Weihnachtskonzert wurde ich auch schon fleißig :).

Die Zeit hier im Norden war echt super schön und ich hoffe ich kann bald mal zu Besuch vorbei schauen.

Die letzten Wochen waren stressig, doch die Projekte, die ich noch machen wollte, habe ich geschafft. Ich habe noch Eier gefärbt, Schuhe für 24 Kinder gekauft (DANKE OMA für die großzügige Spende) und das (für mich) wichtigste Projekt, das Materialhaus gebaut und gestern fertig gestrichen. Da meine Kamera den Geist aufgegeben hat, habe ich die Bilder nur auf dem Handy aber ich werde euch ein paar hochladen, sobald ich wieder in Deutschland bin. Nun will ich noch jede Minute mit den Kindern verbringen.

Morgen geht es mit dem Bus nach Windhoek (mein Gepäck ist zum Glück schon dort) und am Dienstag morgen geht unser Flug nach Johannesburg und über Nacht dann nach Frankfurt, wo ich am Mittwoch früh landen werde.

Ich freue mich auf euch und melde mich mit den letzten Bildern aus Deutschland wieder!

LG Philifit

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Sporttag und Schwimmtraining

Hallo nach Deutschland,

am Wochenende war Vera, die ASC Freiwillige aus Swakopmund, zu Besuch. Gemeinsam konnten wir für Samstag einen Sporttag organisieren. Morgens haben wir nur Spiele gemacht, was bei 75 Kindern jedoch auch eine Herausforderung ist, und Nachmittags stand ein kleiner Wettkampf bevor.  Die Kinder hatten total viel Spaß und wollten sonntags das Ganze wiederholen.

Wer erkennt das Spiel?? – Das klassische Feuer, Wasser, Sturm.

Die Kinder stellen sich immer brav in einer Reihe auf, um die nächste Übung zu machen. Oben rechts seht ihr Wekelithiako, ein wunderhübscher Himba-Junge. Am Abschluss jeder Sportstunde/Sporttag/.. Machen wir immer die 5-3-1- Rocket. Das soll einfach ein Abschluss sein, bei dem alle nochmal zusammen kommen. Es wird auf die Schenkel geklopft, geklatscht und gebrüllt. Gefällt natürlich allen Kindern.

Nach dem Mittagessen und Mittagsschlaf ging es dann los mit dem Wettkampf/Turnier. Die kids haben wir in 5 Gruppen a 15 Kinder eingeteilt. Sie mussten sich einen Teamnamen überlegen. Dabei waren sie jedoch nicht all zu kreativ. Wir hatten folgende Namen: Superheroes, Superstars, Superstar Group, Superstrikers und Superwomen.

Die erste Aufgabe war es, sich etwas akrobatisches zu überlegen. Anfang des Jahres haben wir oft Pyramiden gebaut und nun sollten sie dabei kreativ werden. Mit unserer Hilfe hat es auch gut geklappt. Eine Pyramide seht ihr hier:

Acrobatics

Weitere Wettkämpfe waren eine Sprintstaffel, Weitwurf, Weitsprung, ein Parcour und Seilziehen.

Nach dem Abendessen gab es dann noch die feierliche Siegerehrung mit Bonbonmedaillen und Urkunden. Natürlich haben auch Platz 4 und 5 Bonbons bekommen.

Es war echt ein gelungener Tag und alle hatten Spaß!

Mein Lieblingsbild von meinem Baby „Ndapewa“ und mir. Ich würde sie am liebsten mit nach Deutschland nehmen! Sie lacht einfach immer und überall und ist einfach süß. Rechts ein wunderhübsches Chamäleon. Die Kinder haben total Angst davor und schauen immer, ob es wirklich noch im Baum sitzt.

 

Nun zum Schwimmtraining. Letzte Woche wurde auf Sport-Thieme.de ein Beitrag über das Schwimmen bei mir veröffentlicht. Sport Thieme hat mir 100 Seepferdchen Abzeichen gespendet. Leider können die Kinder noch nicht gut genug dafür schwimmen, doch die nächste Freiwillige ist Schwimmerin und ich bin mir sicher, dass das Schwimmen weitergeführt werden wird.  Wer sich den Beitrag nochmal durchlesen möchte, findet ihn hier:

https://www.sport-thieme.de/blog/news/seepferdchen-fuer-namibische-kinder

Die letzten 5 Wochen stehen nun bevor und ich habe noch viele Pläne, freue mich aber auch schon auf Deutschland.

Liebe Grüße

Philina

Motoriktest

So mein 3. Beitrag für heute, damit euch ja nicht langweilig wird…

Zur Zeit erhebe ich Daten, die ich hoffentlich für meine Bachelorarbeit verwenden kann. Ich führe einen Motoriktest mit den Kindern durch. Einmal an meiner Schule und dann noch an der Nachbarschule. Die Kinder an meiner Schule bekommen dann ein Sportprogramm und ich teste sie danach nochmal. Die Kinder der anderen Schule bekommen kein Sportprogramm. Dann schaue ich wie sich die beiden Gruppen jeweils entwickelt und verändert haben.

Also bin ich in die Nachbarschule, habe mit dem Sportkoordinator alles besprochen und konnte am nächsten Tag auch direkt loslegen. Ich habe mit der 1. Klasse angefangen. Die Kinder können alle kein Englisch, also habe ich den Gärtner unserer Schule mitgenommen, der mir geholfen hat, die Kinder im Griff zu haben und die Übungen auf Oshiwambo zu erklären.

Die Kinder waren zwischen 7 und 14 Jahre alt. Ein Junge, kommt aus Angola, da das die nächstliegende Schule ist. Er ist 14, weil er eine weite Strecke zurücklegen muss und es als er jünger war zu gefährlich war. Nun fängt er eben das Lernen mit 14 an… Viele Kinder müssen jeden Tag bis zu 8 km zur Schule gehen und nachmittags wieder 8km zurück und das ohne Frühstück. In der Schule gibt es ein Feeding-Programm, bei dem die Kinder zumindest Porridge bekommen. Doch 16km zu Fuß und nur eine kleine Portion Porridge ist heftig. Zuhause gibt es bei den meisten dann noch Maisbrei oder Mahangubrei und mehr nicht.

Als ich das Klassenzimmer betrat, erschrak ich erstmal. Ein kleines Klassenzimmer, kleiner als oftmals in Deutschland und 45 Kinder in der Klasse. Die Lehrerin klärte mich schnell auf und sagte, dass auch noch 5 nicht da sind. Ich wunderte mich, wo die dann wohl sitzen… Ich fragte auch, ob die krank sind, doch sie erwiderte, ach krank sind die ständig, dann kommen sie trotzdem. Die Fehlenden müssen daheim etwas helfen, deshalb sind sie nicht da. Auf meine Nachfrage, was sie denn helfen müssen, kam, dass es verschiedene Arbeiten gibt, bei denen Jeder mithelfen muss. Beim Ernten von Gemüse, beim Wäsche waschen (oft im Bach) beim Bauen von einem Gebäude oder Reparaturen.

Erschreckend fand ich auch, wie die Schuluniformen aussahen. Ein Junge konnte nicht richtig rennen, da er seine viel zu große Hose festhalten musste, da er sie sonst verloren hätte. Bei einem Mädchen war die hintere Quernaht vom Hemd komplett aufgelöst. Die Hosennaht eines anderen Jungen war bis zum Knie aufgelöst.

Der Unterschied von der Privatschule, an der ich arbeite und der Government-School, fand ich echt krass und nach einem stressigen und anstrengenden Tag auf dem Sportplatz, musste ich diese Eindrücke erstmal verarbeiten. Am liebsten hätte ich allen Kindern eine neue Schuluniform gekauft… Doch trotz Armut sind die Kinder hier happy und genießen das Leben.

Am Ende des auch für die Kinder anstrengenden Tages, habe ich ihnen noch Erdnussbutterbrote, NikNaks und ein Bonbon geschenkt. Dann waren auch die Kinder glücklich und entschädigt, dass sie 3 Stunden länger in der Schule bleiben mussten.

Das war’s für heute! Liebe Grüße Philina

P.S. Ich möchte noch etwas Bleibendes hinterlassen und plane deswegen eine kleine Hütte für Sportmaterialien neben dem Sportplatz zu bauen. Momentan liegt alles, was für den Sportunterricht zur Verfügung steht, in meiner Küche. Es wäre eine Erleichterung, wenn die Lehrer auch ohne mich Zugang zu den Sachen haben und es jeder Zeit nutzen können. Außerdem können dann mehr Materialien angeschafft werden und meine Küche ist nicht immer voller Sand ;). Dafür fehlt leider noch der ein oder andere Groschen und ich freue mich weiterhin über kleine und große Spenden auf dem ASC-Spendenkonto!

 

Spenden – Badebekleidung

Ein 2. Hallo an euch!

Vielen vielen Dank für eure Spenden für Badeanzüge und Badehosen für die Kinder. Endlich war der Tag gekommen, an dem ich diese austeilen konnte und den Kindern somit ein großes Lächeln ins Gesicht zaubern konnte. Da es nun schon recht kühl ist, gehen wir nicht mehr zur Eha Lodge schwimmen aber um die Mittagszeit kann man sich toll mit dem Gartenschlauch abkühlen. Das genießen alle sehr und auch die Wasserbälle, die ich dank Susi Lugk von Tropical Islands in Berlin gespendet bekam, kommen bei der Wasserschlacht gut zum Einsatz! Vielen Dank an alle, die sich beteiligt haben!

Erstmal mussten sich alle der Größe nach aufstellen, sodass ich die Badeanzüge/-hosen zuordnen konnte.

Nach der Anprobe, habe ich bei jedem die Nummer reingeschrieben. Jedes Kind hat hier eine Nummer, z.B. B10-9. Das B steht hierbei für Boy. 10 für die Zimmernummer und 9 für die Bettnummer. Bei den Mädchen das gleiche Prinzip. Zum Beispiel G8-3. So wird die Schuluniform und nun auch die Badebekleidung nicht verwechselt.

Alle Mädels, als Dank für die Spender. Eine Lehrerin meinte „I don’t find words for the sponsors.“ Sie war einfach nur fasziniert, was ich dank EUCH auftreiben konnte und wie glücklich die Kinder wurden. Sie ist selbst sehr arm aufgewachsen und hatte viele Schicksalsschläge im Leben. Umso mehr gönnt sie den Kindern das Glück!

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Auf gehts zum Wasser.

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Die Kinder hatten sehr viel Spaß und Freude und waren danach auch ziemlich k.o. 🙂

Ich freue mich, dass die nächste Freiwillige, Sarah, eine Schwimmerin ist und mit dem Schwimmunterricht weiter machen kann!

Schulbeginn

Hallo zusammen,

vor 2 Wochen hat nun der 2. Term des Schuljahres begonnen und die Kinder zogen wieder in das Hostel ein. 3 Monate werden die 75 Kids hier verbringen und nur ein Heimfahr-Wochenende haben. Mit wie vielen Kisten und Koffern würde man in Deutschland anreisen? Hier kamen die Kinder mit einem kleinen Rucksack, der zur Hälfte mit Keksen oder Chips gefüllt war. Das Essen wurde brav und ohne Zögern in der Küche abgegeben, sodass es fair verteilt werden konnte, sodass jedes Kind etwas hat, auch die, die ohne etwas kamen. Auch Seifen und Vaseline wurde mitgebracht. Viele haben nur einmal Wechselkleidung und 2 Jungs kamen leider nur mit dem was sie anhatten. Für die beiden konnten aber noch wenigstens einmal Wechselkleidung aufgetrieben werden, sodass sie auch was zum Anziehen haben, während alles gewaschen wird.

Die Kinder sind glücklich wieder in der Schule zu sein. Viele mussten zuhause viel arbeiten, bekamen nur ein oder zwei Mahlzeiten am Tag und hatten kein fließendes Wasser sowie Strom. Für sie ist es in der Schule Luxus. Jeder hat eine eigene Matratze im 8er Zimmer, einen kleinen Schrank und Toiletten/Duschen. Die Schule ist wieder in vollem Gange und ich genieße die letzten Wochen hier in Namibia.

Anbei ein paar Bilder vom Jungle Gym (Spielplatz) und den Klassen!

Im Klassenzimmer (Grade 2 und Grade 3). Die Schuluniform bekommen die Kinder von der Schule gesponsert.

Nachmittags wird oft auf dem Spielplatz gespielt. Alles selbst gebaut, Wippen, Schaukeln, Klettergerüst! Alle genießen es!

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Unsere Hostelladies, Rebecca und Linda! Sie putzen, helfen den Kids richtig zu duschen, passen mit auf die Kinder auf und sind einfach für alles da 😉

LG 🙂

Etosha – Nationalpark

Letztes Wochenende stand noch ein Tagesausflug in den Etosha an, da ich nicht Namibia verlassen will ohne einen Löwen zu sehen.. Das Ziel war Löwe und Elefant. Spontan konnten Baisa und ich seinen VW Polo gegen einen Bakkie von einem Kollegen eintauschen und damit unsere Tour früh morgens starten. Direkt am Anfang sahen wir am Wasserloch extrem viele Zebras. So weit das Auge auch nur reichte, Zebras. Klein, Groß, dünn, dick. Alles! Dann kam auch noch ein Elefant zum Trinken und ich war happy. Nach ca 20 Min Fahrt haben wir dann auch noch 3 Löwen entdeckt und ich war überglücklich. Gnus und Springböcke gab es dann auch noch einige. Um 12 hatten wir genug gesehen und sind schon wieder zurück gefahren. Es war ein überaus erfolgreicher Tag. Da bei Tieren die Bilder doch deutlich mehr erzählen als ein langer Text, hier meine Lieblingsbilder des Tages!

Im Nachhinein war ich von den Zebras mehr fasziniert, auch wenn man die hier öfter auch so sieht, als von den Löwen. Die lagen einfach nur da und haben sich nicht gerührt. Es war aber ein echt toller Tag.

Anfang der Woche habe ich dann noch Hannah und Samy Meile (für alle Lauffener) in Oshakati getroffen, die auf ihr Auto aus der Werkstatt gewartet haben und nun wieder auf der Weiterreise nach Sambia sind.

Nächste Woche kommen die Lehrer wieder, um den 2. Term des Schuljahres vorzubereiten. Ich bin gespannt!

Liebe Grüße Philina oder nach neuem Spitzname „Wambo“

Ferien :)

Hallo ihr Lieben,

ich melde mich aus den langen Maiferien! Seit 21.04. ist die Schule schon geschlossen. Da die Kinder erst am 30.05. wieder kommen (die Lehrer fangen am 23.05. schon wieder an.) habe ich etwas Zeit mich zu erholen und ein paar Dinge aufzuarbeiten. Dieses Mal wollte ich extra nicht weg fahren, um Zeit zu haben, Rechnungen einzureichen, was für die Uni zu machen, zu schlafen und, momentan mein größtes Projekt, ein Patenprojekt aufzubauen. Doch es ergaben sich schon einige Tages- und Wochenendausflüge, sodass ich weniger an der Schule bin als ursprünglich geplant. Doch es ist toll, die Natur Namibias bestaunen zu können und zwischendrin bleibt immer etwas Zeit zu arbeiten.

Am Anfang der Ferien habe ich erstmal Mama in Windhoek verabschiedet und bin anschließend nach Rehoboth zu meinem alten Projekt.

Lovehill in Windhoek (hier merkt man schon den Wintereinbruch….)

Mein erster Spontantrip ging dann am Casinga-Day zu den Epupafällen im Norden Namibias, an der Grenze zu Angola. Die Natur ist echt der Hammer! Man kann richtig nah zu den Fällen aber auch vom Berg aus die Weite bestaunen.

Bevor Baisa (ein Freund) und ich dort jedoch ankamen, hielten wir noch an einem Himba-Village an. Es ist total faszinierend, wie die Menschen da, noch heute leben. Die Traditionen sind spannend und man kann viel von ihnen lernen.

Kunene (1)

Die Lodges sind alle total liebevoll gebaut und bei dieser Lodge, bei der wir Mittagessen wollten, was aber unseren finanziellen Rahmen gesprengt hätte, konnte man über diese Hängebrücke auf eine kleine Insel, auf der es sogar eine Bettgroße Schaukel gab.

Nachdem Baisa und ich dort den Tag verbrachten und einen Mittagsschlaf hinten auf dem Bakkie machten, aßen wir noch am Straßenrand, bevor wir uns wieder auf den Rückweg machten.

Das Essen war lecker auch wenn ich ein bisschen Angst hatte, dass ich es nicht so gut vertrage, mit meinem empfindlichen Magen/Darm. Aber zum Glück ist uns nichts passiert, sonst wären wir dort gelandet: 😉

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Auf dem Rückweg beschlossen wir spontan, dass wir aus dem Tagestrip einen Wochenendtrip machen und noch zur Kunene River Lodge fahren. Dort wurde mir das Rafting sehr empfohlen. Der Campingplatz war ausgebucht, sodass wir es uns neben der Straße hinten auf dem Bakkie gemütlich machten, bevor am nächsten Morgen um 9 die Raftingtour los ging.

Kunene (2)

„The day I almost died“ ist der Titel der Raftingtour… Baisa saß noch nie in seinem Leben in einem Boot und kann auch nicht schwimmen. Doch er wollte gerne steuern… Man steigt in das 2er Boot und soll nur den Fluss (Kunene) überqueren, sodass man auf der angolischen Seite ist. Naja bei uns hat das nicht so gut geklappt und die Strömung nahm uns in die falsche Richtung mit. Die erste Stromschnelle wird mit Touristen ausgelassen, da es sich hierbei um einen 4Meter-Wasserfall handelt. Normalerweise trägt man sein Boot außenrum oder versucht ganz am Rand den Fluss entlang zu fahren. Baisa und ich „entschieden“ uns für den direkten Weg mittendurch, was ein Fehler war. Das bekamen wir schnell zu spüren, denn wir flogen sofort aus dem Boot und knallten gegen ein paar Steine, fuhren in der Wasserwaschmaschine und waren froh, als wir irgendwann wieder an der Oberfläche ankamen.. Die anderen Stromschnellen waren nicht so schlimm, sodass das unser einziges Badevergnügen blieb. Noch oft diskutierten wir, wessen Schuld es war… Die Guides meinten am Ende sie hätten viel über uns gelacht und es war höchst amüsant uns Chaoten dabei zu haben.. Im Großen und Ganzen war es auch ein super Erlebnis und ich erinnerte mich, dank meinen blauen Flecken, noch lange an den ersten Wasserfall. Ich würde es jeder Zeit wieder machen aber vielleicht mit jemandem, der schon mal in einem Boot saß ;).

Nach der Raftingtour fuhren wir über Ruacana zu meiner Schule. Dort sollte ich eigentlich bleiben, doch wieder entschieden wir, doch noch etwas dran zu hängen. Wir fuhren am selben Abend noch nach Opuwo, wo Baisa wohnt. Früh Morgens ging es dann weiter nach Purros. Dort arbeitete eine Kollegin von mir und schwärmt sehr davon. Die Straße war für 4×4 Fahrzeuge aber no risk, no fun, sagten wir uns und fuhren mit dem 2×4 Bakkie los..  Bis zu einem bestimmten Punkt klappte es auch ganz gut, doch kurz vor dem Ziel blieben wir dann doch noch stecken und südafrikanische Touristen halfen uns zum Glück. Nachdem wir Giraffen bestaunten und eine Cola getrunken hatten, ließ unsere Begeisterung auch nach und wir machten uns auf den Rückweg.

Auf dem Weg nach Palmwag hat dann unser Hinterrad noch den Geist aufgegeben, doch Namibianer wissen ja zum Glück wie man Reifen wechselt und es konnte schnell weitergehen.

Purros (3)

In Palmwag kamen wir pünktlich zum Sundowner an, den wir in der Lodge anschauten. Palmwag

Dann stand der letzte Abschnitt bis Kamanjab an, wo wir den Abend in der Bar von Baisa „Desert Queen Inn“ ausklingen ließen.

Am nächsten Morgen fuhren wir dann zurück. An der Kreuzung zu Opuwo fand Baisa einen Hike für mich und er fuhr nach Opuwo und ich zurück nach Ruacana.

Das war der erste Spontantrip in meinen Ferien. Der nächste Trip ging in den Etosha-Nationalpark, von dem ich euch später berichten werde!

Liebe Grüße aus dem winterlichen Namibia, bei 30 Grad… 🙂

Ich lebe noch….

Damit ihr euch auch mal in Geduld üben müsst, wie ich hier manchmal in Namibia, habe ich mich lange Zeit nicht gemeldet…

In der Zwischenzeit ist viel passiert…

Zu erst einmal ein paar Sportbilder, damit ihr seht, dass ich auch was arbeite. Vom Spendengeld (VIELEN DANK) konnte ich eine Koordinationsleiter kaufen und tolle Übungen mit den Kids machen. Auch neue Sportarten, wie Frisbee, begeistern die Kinder sehr.

Außerdem habe ich die hübschesten Kinder, die ich unterrichten darf! Am liebsten würde ich alle mit nach Deutschland bringen.

Die Ruacana-Fälle haben nun mehr Wasser als im Dezember und ich kam nochmal in den Genuss einen Ausflug dorthin zu machen.

Anfang März wurde ich dann leider ziemlich krank und der Arzt hat lange nicht rausgefunden was ich habe.. Laut Einheimischen war es ein „Wind“ und sobald ich rülpsen oder pupsen würde wäre alles wieder gut.. Als es gar nicht besser wurde, bin ich dann doch nach Ongwediwa ins Krankenhaus gefahren. Dort gab es jedoch Probleme mit der Krankenversicherung und ich konnte nicht behandelt werden. Dank einer tollen Organisation und guten Ansprechpartnern wurde für mich ein Transport nach Windhoek organisiert und ich wurde mit dem Krankenwagen zum Flughafen gebracht, wo ein Flugzeug mit einem Arzt und zwei Piloten auf mich wartete. Nach dem Special-Flug, wurde ich wieder mit dem Krankenwagen vom Flughafen ins Krankenhaus gebracht, wo man am nächsten Tag feststellte, dass ich eine Blinddarmentzündung habe und operiert werden muss. Der Heilungsprozess dauerte länger als gewöhnlich und letztendlich kam raus, dass es ein „Stein“ im Blinddarm war, also wie Nierensteine z.B. Ich hatte es wohl schon wochenlang und meine Lebensmittelvergiftung im Januar war eigentlich schon der Blinddarm. Nach dem einwöchigen Krankenhausaufenthalt, bei dem ich supernette Menschen kennenlernte, bin ich dann zu Carmen (meine Chefin) bis ich wieder ganz fit war. Nun geht es mir wieder gut und ich bin froh alles überstanden zu haben.

Da ich dann eben noch eine Weile zur Regeneration in Windhoek war, konnte ich nach Rehoboth, wo Jasper ein Rudercamp organisiert hatte und ihm etwas helfen. Der Damm ist nun, nach der intensiven Regenzeit fast komplett voll und ich habe unsere Anlegestelle kaum wieder erkannt.

Zurück im Norden begann der Schulalltag mit Schwimmen, Sportunterricht und Spielen wieder, doch schon bald kam Mama zu Besuch. Es war geplant, dass ich sie nur an den Wochenenden sehe, doch durch unglückliche Umstände, blieb ich eine ganze Woche bei ihr und habe auch nochmal schöne Dinge vom Land gesehen.

Giants-Playground in Keetmanshop

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Fishriver-Canyon

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Geisterstadt bei Lüderitz

Auf dem Weg nach Sossusvlei: Oryx und Strauß

Dünen in Sossusvlei und der Mond auf dem Weg zur Dune 45 um den Sonnenaufgang anzuschauen.

Auf dem Weg zur Skeleton Coast kommt man an einer Robbenkolonie am Cape Cross vorbei. Oben rechts beim Yoga….

Gruselig sah es dann an der Skeleton Coast aus… Links noch in Swakopmund, rechts schon die trübe Stimmung an der Küste.

Und zum Abschluss waren wir noch im Etosha-Nationalpark, wo ich mich dann verabschiedet habe… Da es jedoch momentan noch regnet, waren nicht viele Tiere zu sehen…

Ich habe mich dann wieder auf den Rückweg zur Schule gemacht, wo die Kinder schon auf mich warteten. Da die Regierung beschlossen hat, die Schulen schon diese Woche zu schließen (nicht wie geplant nächste Woche), kamen nun alle etwas in Stress, da die Zeugnisse geschrieben werden müssen. Ich habe nun in den letzten zwei Tagen viele Tests korrigiert und Grundschulbewertungen zum Sportunterricht geschrieben. Das war viel Arbeit aber das meiste ist geschafft. Nun starten die 4 wöchigen Maiferien und ich freue mich schon, wenn die Schule weitergeht und ich nochmal ohne viele Unterbrechungen und Krankheiten mit den Kindern arbeiten kann und mit den Spenden noch etwas Großes hinterlassen kann!

Viele liebe Grüße

Philina

BMI

Hallo liebe Freunde und Familie,

letztes Wochenende habe ich angefangen die Kinder in der Schule auf ihre motorischen Fähigkeiten zu testen. Hierfür hatte ich einen Test von meinem Dozenten an der Universität. Vorab sollte man die Größe und das Gewicht erfassen und daraus den Body-Mass- Index errechnen.

Das habe ich demnach auch gemacht und markiert, wer Normalgewicht (grün) hat, wer Untergewichtig (orange), stark untergwichtig (rot) oder doch übergewichtig (blau) ist.

Die Namen spielen keine Rolle, ich will euch nur die Ergebnisse mitteilen, da ich es sehr interessant finde. Als Norm habe ich die Tabelle der WHO (World Health Organization) verwendet.

Lediglich 1 Kind von 75 hat leichtes Übergewicht. Stellt euch mal Kinder in Deutschland oder den USA vor. Jedes 5.-10. Kind (je nach Altersgruppe) ist dort übergewichtig.

Die Kinder an meiner Schule kommen alle aus armen Familien und bekommen in ihren Dörfern oft nur einmal am Tag Fleisch und Maisbrei. Kein Wunder also. Dazu kommt, dass der BMI nicht immer zuverlässig und fehlerbehaftet ist. Man muss sich also keine Sorgen machen aber ich fand es sehr interessant zu sehen und wollte euch daran teilhaben lassen.

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Liebe Grüße

Philina (die gerade eher in den blauen Bereich rutscht ^^)

Backen

Am Freitagnachmittag uns Samstag habe ich eine Klasse nach der anderen in meine Wohnung eingeladen, um Chocolate Chip Cookies zu backen. Ein paar Kids hatten mich nämlich gesehen, wie ich einen Kuchen gebacken haben und waren sehr interessiert.

Die Kinder konnten also nacheinander mit Mehl, Zucker, Butter etc experimentieren. Am meisten begeistert waren sie jedoch von Vanillaflavour. „Das riecht wie Eiscreme“ haben die Kids festgestellt.

Nach 4 Gruppen, 60 Kindern und knapp 200 Cookies war ich dann jedoch gestern auch ziemlich platt und froh als ich die Wohnung geputzt hatte und ins Bett konnte.

Ganz fasziniert wie ein Teig zustande kommt…  Und rechts unsere Waisen-Zwillinge ganz konzentriert beim Häufchen machen.

Stolz, nachdem der Teig verteilt war…

Links Klasse 1 und rechts Klasse 2 während die erste Ladung im Ofen war.

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Leckerlecker. Klasse 1 beim Essen der selbstgebackenen Cookies.

Es war eine tolle Erfahrung für die Kids und ich möchte es auf jeden Fall wiederholen. Vor allem  für die 3. Klässler, die das Rezept selbst lesen konnten, war es schön und alle waren sehr stolz.